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Der Spieler Draußen donnerte und blitzte es. Dichter Regen trommelte an die Fensterscheiben. Er saß ruhig im Schneidersitz auf dem kalten Betonboden. Wasser tropfte durch die undichten Stellen der Decke. Er summte ein Lied. Vor ihm lag das Kartenspiel ausgebreitet. Er zog eine Karte. Er musste sie nicht ansehen, denn er wusste es war der Tod. Träumerisch schwelgte er in der Vergangenheit. Bis ganz zum Anfang... Als er Regan zum ersten mal traf hatte sie ein rotes Kleid und schwarze Strumpfhosen an. Sie war blass, dunkel geschminkt und trug ihr Haar zerzaust schwarz. Er fand sie wunderschön. Regan war ein Vampir. Sie raubte jedem in ihrem Umfeld den letzten Funken Verstand. Eine Meisterin der Manipulation. Es dauerte nicht lange und sie waren Mann und Frau. Er liebte sie und verehrte sie wie eine Gottheit. Doch alle anderen haßten sie abgrundtief. Aber da war die Welt noch in Ordnung. Sie waren zusammen und glücklich. Bis das erste mal der Wundersaft durch ihre Adern floß. Regan liebte Heroin. Sie liebte es die Spritzen vorzubereiten. Ihr Gesichtsausdruck ähnelte dann dem eines Kindergartenkindes, welches kleine Männchen aus Kastanien, Knete und Streichhölzern bastelte. Ebenso verhielt es sich mit dem Venen abklopfen und die Nadel ansetzen. Noch bevor die gesamte Substanz die Spritze verlassen und im Blutkreislauf angelangt war schwelgten sie im Schwebezustand dem Land der Drogenträume entgegen. Sie nahmen es so oft wie sie glaubten, das ihre gottlose Existenz es ertragen könnte. Doch er hatte längst erkannt, dass sie ruderlos auf dem Atlantischen Ozean in einem Paddelboot plantschten. Regan wurde mit der Zeit immer dünner und blasser. Sie sah alles andere als lebendig aus und eines Morgens öffnete sie ihre wunderschönen Augen nicht mehr. Außerstande es zu begreifen klammerte er sich noch tagelang an ihren leblosen, steifen Körper. Seine Gedanken waren weit fortgespühlt. Jegliche Emotionen in die hintersten Ecken seines Bewusstseins verdrängt. Er zog eine Karte. Er musste sie nicht ansehen, denn er wusste es war der Tod. Seine Gedanken schweiften zu einem ganz anderen Ort. Die schwarze Limosine mit den roten Ledersitzen, der Gestank von Zigarren und Marihuanna stieg ihm in die Nase. Die düsteren Gestalten die ihm gegenüber saßen unterhielten sich angeregt. Er konnte nicht verstehen was sie sagten, da die Boxen direkt hinter ihm seltsam quitschende, ohrenbetäubende Töne von sich gaben. Der Bass, der durch seinen Körper brummte verunsicherte die Regelmäßigkeit seines Herzschlages. Benommen beobachtete er die Beiden, wie sie einen Beutel bunter Kapseln hin und herschwenkten. Seit sie losgefahren waren hatte Brain diese Tüte immer wieder die Runde rum gereicht und sie naschten daraus als wären es Smarties. Regans Tod hatte in ihm eine selbstzerstörerische Kraft geweckt, die vorwiegend von seiner Gleichgültigkeit dem Leben gegenüber angetrieben wurde. Was Jack und Brian, seine skurielen Begleiter, zu all dem veranlasste konnte er nur vermuten. Mit quitschenden Reifen kam der Wagen zum stehen. Die Türen sprangen zu allen Seiten auf und wohltuende, frische Luft füllte seine Lungen. Er hatte keine Ahnung wo sie eigentlich waren. Nicht einmal in welchem Land er sich befand, aber im Grunde war es ihm sowieso gleich. Vor ihm tat sich ein altes, metallenes Tor auf. Jack traht neben ihn und klopfte seinen staubigen Zylinder ab, mit dem er wie die Karikatur des verrückten Hutmachers aus Alice im Wunderland aussah. "So Gentleman..." trompetete er feierlich, "da sind wir." Er hatte nicht die leiseste Ahnung wovon dieser Freak sprach, aber danach zu fragen war er auch nicht gewillt. Stattdessen fischte er ein paar rosane Kapseln aus der Drogentüte und kippte sie mit einem großen Schluck Bordeaux hinunter. Jack und Brain waren bereits in der Dunkelheit hinter dem Tor verschwunden. Mit einer seltsam verschwommenen Sicht und dem unerklärlichen Drang mit der Zunge zu schnalzen folgte er den zwei winzigen, tanzenden roten Lichtern in der Ferne, die wie er glaubte von zwei Zigaretten ausgingen. Bei ihnen angekommen und eingelullt von dem rosaroten Heiterkeitspillen, stellte er die Frage nun doch. "Was tun wir hier." Die Tonlage seiner Stimme irritierte ihn. Jack sprang von einem steinernen Sockel, das unheilverkündende Grinsen auf seinem Gesicht jagte ihm einen Schauer den Rücken hinab. "Ein Experiment, mein Freund." Das gefiel ihm garnicht. Schon längst hatte er, trotz seines berauschten Zustandes, bemerkt das sie sich auf einem Friedhof befanden. In seiner Fantasie sah er die Beiden ihn in ein leeres Grab werfen und fröhlich singend Erde auf ihn schaufeln, ohne seine langsam erstickenden Schreie zu beachten. Doch es kam anders. Brain bückte sich und zog etwas aus dem Boden. Bei näherer Betrachtung konnte ich es als ein Stück morschen Knochen identivizieren. Auf einem Grabstein wurden lauter Utensilien ausgebreitet die man zum Kiffen benötigte. Er verstand nicht was sie vorhatten. Erst als Jack begann den Knochen über dem Paper zu zerbröseln ging ihm ein Licht auf. Über diesen Wahnsinn konnte er nur den Kopf schütteln, was nicht bedeutete das er die Zigarette, die aus den Gebeinen eines ihnen unbekannten Leichnahms bestand, nicht trotzdem rauchen würde. Nach dem ersten Zug breitete sich der Geschmack von fauligem Fleisch in seinem Mund aus. Ziellos rannte er los und blieb nur stehen um sich zu erbrechen. Er kotzte sich im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib. Rollte sich in Embryohaltung auf der feuchten Erde zusammen und schluchtzte Verzweifelt über seine eigene Erbärmlichkeit. Wenn Regan ihn so gesehen hätte, dann hätte sie ihn ausgelacht und wie ein abartiges Insekt mit schmerzhaften Worten zertrehten. Was war nur aus ihm geworden. Wie konnte er nur so tief sinken... Er zog eine Karte. Er musste sie nicht ansehen, denn er wusste es war der Tod. Der Regen tropfte und der Donner gröhlte. Er nahm die Waffe und füllte das Kaliber mit nur einer Patrone. Rollte den Lauf. Er war ein Spieler.... drückte ab... Er war ein Gewinner... und traf gleich beim ersten mal. Ich schaute auf die Karte. Es war die Hohepriesterin. Gleichgültig welche Karte er auch gezogen hätte, für ihn wäre es der Tod gewesen. Ich versteh das nicht ganz, aber dein Schreibstil gefällt mir :) Teilweise etwas verwirrend- _________________ Der Verstand läuft den Menschen hinterher , vergeblich , sie sind zu schnell für ihn ;) [ Kommentar abgeben ] Seite 1 von 1 |