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Die Wasserfei Hörst du´s um die stillen Wehlen (1) wispern auf gar sanfte Weis? Will da was im Ried sich hehlen, wallen durch die Gräser leis? Oh, ein namenloses Grauen lässt dir, Hirte, keine Ruh, kannst den Augen kaum noch trauen - kommt es näher, auf dich zu? Deine Tiere zagen, bangen, stehen furchtsam beieinand´, und du fühlst an Hals und Wangen eine unsichtbare Hand. „Ach, mein schöner Jüngling, teile doch der Liebe Statt mit mir, und in meinem Reiche weile, dorten wohl behagt es dir!“ Wehe, armer Tor, so fliehe, denk an Liebchen, Heim und Herd! In der Wehlen Urgrund, siehe, etwas im Verborgnen gärt! „Komm zu mir, oh, sei nicht zage, führe mich an starkem Arm, bist du, Liebster, ohne Frage, doch mein rechter Bräutigam!“ Und die wilden Wasser wallen, werden dir zum Wehgeschick, du betrittst die dunklen Hallen und kein Weg führt mehr zurück. Morgen wird man dich hier finden, deine Augen weit und starr von vergangnen Schrecken künden – Entenflott durchwirkt dein Haar. (1) Wehle = durch einen Deichbruch entstandene Vertiefung im Boden, in der sich Wasser sammelt [ Kommentar abgeben ] Seite 1 von 1 |